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Am gestrigen Abend war es – mal wieder – so weit, und ich habe versucht, nun endlich meine Webcam unter Linux zum laufen zu bringen. Problem dabei ist, dass ich die Webcam gekauft habe, bevor ich zu Linux gewechselt bin, und daher natürlich nicht auf Kompatibilität achtete.

So kam es dann natürlich (ich hab nämlich immer Pech bei sowas), dass meine Webcam damals natürlich nicht funktionierte, bzw. einfach nur ein unbrauchbar schlechtes Bild lieferte. Sämmtliche Versuche, die Cam doch noch zum anständigen Funktionieren zu bewegen scheiterten, also ließ ich es dann irgendwann sein. Zumal ich die Cam sowieso fast nie benutzt habe.

Am gestrigen Abend schließlich habe ich es wieder mal versucht, und es hat natürlich nicht geklappt, auch wenn ich mittlerweile mehr Ahnung von Linux habe, als damals noch, es funktionierte einfach gar nichts. Anscheinend gibt es irgendein Problem, das verhindert, das genau meine Webcam läuft. Die 3000 und die 5000 funktionieren nach diversen Aussagen nämlich.

Aber gut, das ist mal wieder eine typische, icewind’sche Hardware-Sache. Das funktioniert wahrscheinlich nur nicht, weil ich es. Dieses Phänomen zieht sich nämlich schon seit meinem allerersten Computer vor fast 20 Jahren durch mein Leben (auch, wenn ich das damals noch nicht bewusst wahrnahm).

Wie dem auch sei, habe ich gestern den Entschluss gefasst, LTS LTS sein zu lassen, und mein System von Dapper Drake auf Feisty Fawn zu aktualisieren, schließlich ist die Software unter Dapper mittlerweile hoffnungslos veraltet. Von wegen LTS. Bugfixes, ja, aber sind neuere Versionen nicht auch Bugfixes?

Beispielsweise gibt es unter Dapper nur GNOME 2.12.2 anstatt 2.18.1, außerdem ist Firefox nur in Version 1.5.0.11 anstatt Version 2.0.0.3 verfügbar, und Thunderbird ist laut Dapper aktuell in Version 1.5.0.10 vorhanden, anstatt Version 2.0.0.0 bereitzustellen.

Gut, TB2 ist selbst unter Feisty nicht verfügbar, aber dafür ist zumindest Firefox wieder vom System verwaltet, und nicht per Script. Wobei das Script echt genial ist. Vollkommen Usergeführt. Es werden automatisch Backups angelegt, benötigte Dateien (nach)geladen, die neuen Versionen installiert und vernünftig verlinkt.

Auch ein Problem ist, dass ich viel Grafikbearbeitung mache. Gut, das ist nicht das Problem, sondern eher, dass laut Dapper GIMP nur in Version 2.2.11 verfügbar ist. Gut, in Feisty ist GIMP angeblich mit Version 2.2.13 am aktuellsten. Gerade frisch erschienen ist Version 2.2.15, das einige Fehler behebt. Vielleicht wird aber noch aktualisiert.

Das ist allerdings weniger das Problem, da ich sowieso nicht die Ubuntu-Version von GIMP benutze, sondern die selbstkompilierte Development-Version direkt von der Seite (bzw. als .deb-Paket aus dem Ubuntu-Forum, was die Sache weniger Zeitaufwändig macht). Allerdings braucht die neuste Developer-Version eine aktuellere GTK-Version als die, die bei Dapper dabei ist.

Also habe ich mich daran gemacht, mein System mal grundsätzlich auf Vordermann zu bringen. Den angepassten Firefox wieder runtergeschmissen, Fremdquellen deaktiviert, Programme aus den Backports so weit wie möglich ebenfalls deinstalliert, und dann ein beherztes „sudo apdate-manager -c“ ins Shellfenster eingetippt. Und dann ging es auch schon los.

Der Upgrade-Dialog. Im oberen Teil ist eine Checkliste, auf der zwei Punkte abgehakt sind, und der Dritte in Bearbeitung, unten ist ein Fortschrittsbalken etwa zur hälfte fertig
Jetzt gibt’s kein Zurück mehr

Danach kam dann erstmal ein Neustart, und alles funktionierte. Erstaunlich, zumindest für mich. Da wird mal eben so das komplette System im laufenden Betrieb ausgetauscht, und alles, was gemacht werden muss, ist ein einfacher Neustart. Treiber, Einstellungen, Daten, alles weiterhin verfügbar. Für Leute, die seit Jahren mit Linux umgehen, sicher selbstverständlich, aber für einen Ex-Windows-User (na ja, ein Jahr ist’s jetzt her, das ich mal das letzte mal freiwillig Windows benutzt habe) ist das schon klasse.

Aber dann ging es weiter. Edgy war schließlich nur ein Zwischenschritt, da ich nicht gleich von Dapper auf Feisty upgraden kann. Also erneut den Update-Manager angeworfen, der auch brav Feisty anzeigte.

Ausschnitt aus dem Informationsdialog über das bevorstehende Upgrade, mit Informationen über die Anzahl der Pakete, die bearbeitet werden müssen, und über die Dauer des Downloads
Eins-zwei-drei-vier Pakete…

Nachdem auch hier nach etwa dreißig Minuten die Installation inklusive neustart vollzogen war, startete X nicht, und somit auch GDM nicht. Umstellen auf VESA-Treiber half nichts, da fand er keinen Bildschirm. Manuelles entfernen von fglrx ging nicht, updaten von fglrx ging nicht, nichts ging.

Schließlich bekam ich ihn irgendwann doch so weit, sich zu bequemen, zu starten. Allerdings nur 800×600 Pixel. bei einem 1280×800-Pixel-Bildschirm natürlich frustrierend, zudem sind 480000 Pixel zum Arbeiten heutzutage einfach zu wenig.

Nach einigem rumprobieren und lesen von diversen Seiten kam ich dazu, händisch, über Synaptic die Installation einer alten fglrx-Version zu erzwingen, und startete dann noch mal „update-manager -c“. Der mir Prompt vorschlug, auf Version 7.04 zu Upgraden, und dazu veranschlagte, dass drei Pakete deinstalliert (fglrx, mplayer und noch irgeneine lib) werden sollten, und eines aktualisiert (fglrx).

Nundenn, ich machte das, vollführte den erforderten neustart, und wurde prompt mit der richtigen Auflösung begrüßt, weder aptitude noch Synaptic zeigen noch irgendwelche fehler an, fglrx ist aktiviert und funktioniert, und alles ist gut. Nach dem Installieren von mplayer und irgendeiner lib funktionierte auch das wieder.

Allerdings funktioniert die Webcam immernoch nicht.

3 Reaktionen

  1. [..]Allerdings funktioniert die Webcam immernoch nicht.[..]

    Ich habe meine Logitech QuickCam Pro 4000 unter Ubuntu Feisty mit pwc (Philips webcam module version 10.0.12) laufen – funktioniert ohne Probleme.
    Kernel 2.6.18 soll pwc von sich aus mitbringen, ansonsten ist der Source im Repository zu finden.

    Hoffe es hilft.

    Comment von rorschach am 3. August 2007 um 17:43 Uhr

  2. Eigentlich ja, stimmt. K. A. warum es immernoch nicht geht. Wobei „Nicht geht“ ist eigentlich falsch. Es geht ja, irgendwie, sieht aber aus wie-… Na ja, es sei dahingestellt. Da ich eh demnächt eine Netzwerkkamera („IP-Kamera“) kaufen werde, hat sich das Problem ohnehin von selbst erledigt :)

    Comment von icewind am 3. August 2007 um 18:38 Uhr

  3. […] nicht meine Webcam, denn die Funktioniert ja immer noch nicht, sondern die Webcams der Radiosender, über die ich […]

    Pingback von Webcam-Update | icewind’s Blog ³ am 30. Oktober 2007 um 17:30 Uhr

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