Es hat sich aus ge-flickr-t …

… oder: „Wie man ein erfolgreiches, Sympatisches, von der Community anerkanntes und akzeptieres Vorzeigeunternehmen des Web2.0 so gewaltig gegen die Wand fährt, dass die Erschütterungen noch in 100 Kilometern Entfernung spürbar sind“.

  1. 12. Juni 2007 – Tag 1: Veröffentlichen einer schlechten Übersetzung, und gleichzeitig aus irgendwelchen Gründen praktisch alles außer Landschaftsaufnahmen und Blumen in mehreren Ländern unabschalter rausfiltern. Dieses damit begründen, dass man sonst keine Übersetzung anbieten dürfte.
  2. 13-15. Juni 2007 – Tage 2-4: Den massiven Protest konsequent ignorieren, und den deutschen Gesetzen die Schuld geben.
  3. 14., 15. Juni 2007 – Tage 5 und 6: Die Protestbilder aus der Liste der interessanten Bilder rauszensieren, ebenso aus der Stöberliste. Schließlich ist Protest schlecht für das Geschäft das flickr-Erlebnis der User, die sich an dem Protest nicht beteiligen.
  4. 16. Juni 2007 – Tag 7: Ankündigen, in den nächsten sechs Monaten was an der Situation zu ändern. Sechs Monate, weil nach so einer langen Zeit keiner mehr die Kraft hat, den Protest aufrecht zu halten. flickr will das Thema also einfach aussitzen, und sie sind nunmal am längeren Hebel, solange es keine vollwertige Alternative gibt.

Herzlichen Glückwunsch, flickr, ihr habt es geschafft, und ein mühevoll aufgebautes Ansehen binnen einer Woche vollkommen zu ruinieren. Die Verknüpfung flickr = zensur werdet ihr nicht mehr los. Selbst die BBC berichtet schon.

3 Reaktionen

  1. Schöne Zusammenfassung!
    Mir fehlt ja immer noch ein Blog was die ganze Censorgeschichte im Detail zusammenfasst. Durch die einzelnen Forumposts und Comments und Blogs zu lesen, das ist ziemlich hart. Naja. Jetzt ist der große Trouble anscheinend eh vorbei :(.

    (und danke für den Pingback ;))

    Kommentar von Andi am 16. Juni 2007 um 18:44 Uhr

  2. Du hast Stewart nicht verstanden. Less seinen 2. Absatz noch einmal. Da steht nicht das Sie in den naechsten 6 Monaten an der Situation (Flickr „zensiert“) etwas aendern wird. Da steht nur das er lieber an den neuen Features fuer die naechsten 6 Monate arbeiten wuerde anstatt darueber nachzudenken was Deutsche Gesetze sagen was der erwachsene Deutsche sehen darf.

    Und die BBC berichtet in dem verlinkten Artikel nicht ueber die jetzige Situation sondern ueber einen aelteren Vorfall.

    Kommentar von Clemens am 16. Juni 2007 um 22:31 Uhr

  3. Du musst das Ganzheitlich betrachten: Letztendlich hängt das alles zusammen, die Rebekka-Sache, die jetzige Zensur, Stewards „Ablenkungsmärchen“, und so weiter…

    Kommentar von icewind am 17. Juni 2007 um 09:17 Uhr

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