Kalt hier!

Information: Das Theme läuft im Testmodus. Fehler bitte an wp-dev@kamerastars.de schicken und nach Möglichkeit einen Screenshot des vermuteten Fehlers anfügen sowie die verwendete Browserversion angeben.

Nun, da ich schon seit einiger Zeit nichts mehr geschrieben habe, wird es mal wieder Zeit. Diesmal geht es um das von uns allen so geschätzte und geliebte Thema „Wie verhalte ich mich richtig, wenn mein Computer sich nicht richtig verhält“.

Da wäre zum Beispiel das leidige Thema der Fröste, der Abbrüche und des erratischen Verhaltens. Wie? Kennt ihr nicht? Das sind Fehler in Computern mit Registerdatenbank oder Dateisystem, die ganz schnell fixiert werden müssen. Zudem muss der Computer auf Freies überprüft werden.

So sagt es zumindest ein Javascript-Popup, das einem gelegentlich beim Surfen begegnet.

Wahlweise wird einem vorgeschlagen, ErrorSafe zu installieren, oder WinFixer zu benutzen. Beides kann man sich natürlich kostenlos runterladen, aber welches man nimmt, ist egal, da es die identsiche Programme sind. Die Beschreibung von WinFixer alleine schon so abstrus ist, dass sie jedem mit etwas Ahnung vor Lachen das Wasser in die Augen treibt.

Grundaussage der Beschreibung ist, dass Dateien auf Windows-Computern mit der Zeit VON SELBST kaputt gehen, quasi Altern, und WinFixer diesem Verfallsprozess entgegenwirkt. Als wenn man ständig mit maroden Daten arbeiten würde …

Nun denn, jedenfalls sind WinFixer, WinAntiVirus, WinAntiVirusPro, ErrorSafe, SystemDoctor, WinAntiSpyware, AVsystemcare, WinAntiSpy, und DriveCleaner alle das Selbe Programm und Malware, die nicht installiert werden sollte.

Dafür gibt es aber lustige Popups, die fast auf einer Ebene mit dem „Verbindungsgebrüll“ stehen, etwa so:

HINWEIS: Wenn Ihr Computer Fehler in der Registerdatenbank oder im Dateisystem hat, könnte es unvorhersehbares oder erratisches Verhalten, Fröste, Abbrüche verursachen.

Fixierung diese Störungen kann Ihr Computerleistung erhöhen und Datenverlust verhindern.

Wollen sie ErrorSafe installieren, um Ihren Computer auf freies zu überprüfen? (Empfohlen)

Hervorhebung von mir

Wen man das nicht will, kommt ein weiterer Hinweis

Bitte wählen Sie AÜSFÜHREN oder ÖFFNEN aus, wenn Sie zur Installation aufgefordert werden. Diese Datei ist digital unterzeichnet worden und bestätigt als 100% frei von Viren, von Adware und Spyware

Natürlich ist sie das …

Schließlich kommt danach der Download-Dialog für diese Datei, und man sollte sie – natürlich nicht runterladen, sondern die Seite verlassen und nie wieder besuchen. Eventuell sollte man den Betreiber informieren, dass in seinem Werbesystem ein Malware-Anbieter vorhanden ist.

Aber man kann derlei Spam (und dessen auswirkungen) erfolgreich verhindern bekämpfen, wenn man folgende Punkte einhält:

Oder man macht gleich einen radikalen Schnitt und steigt auf Linux um. Wenn man kein Gamer ist und nichts zwingend Spezialsoftware benutzen muss, die nur unter Windows läuft, ist es eine reine Gewohnheitssache, nicht auf ein Betriebssystem umzusteigen, sondern bei Windows zu bleiben.

Was man selbst tun kann

Wenn man nicht auf Linux umsteigen will, würde es auch schon reichen, nicht als Administrator zu arbeiten.

Microsoft selbst sagt es ja schon:

Wenn Sie Ihren Computer als Mitglied der Gruppe Administratoren ausführen, wird das System dadurch anfällig für trojanische Pferde und weitere Sicherheitsrisiken. Allein das Aufrufen einer Internetsite oder das Öffnen eines E-Mail-Anhangs kann eine Gefährdung für das System bedeuten.

Warum Sie Ihren Computer nicht als Administrator ausführen sollten

Und es stimmt. Der Administrator darf ja bekanntermaßenalles am System. So auch beliebig Programme installieren und deinstallieren. Warum sollte man aber Standardmäßig damimt arbeiten? Wie oft kommt es vor, dass man Programme installiert oder deinstalliert. Nach ein paar tagen einer Neuinstallation doch wohl nurnoch, wenn man ein Update vornimmt …

Trotzdem arbeiten die meisten Windows-User mit dem Administrator-Konto oder mit dem ersten angelegten Benutzerkonto. Dieses Konto hat aber ebenfalls administrative Rechte. Warum sollte man also standardmäßig mit einem so mächtigen Konto arbeiten?

Wenn man sich tatsächlich als Administrator anmeldet, also mit dem Konto „Administrator“, kann man in den Konteneinstellungen das Hauptbenutzerkonto (und alle anderen Konten) dahingehend ändern, dass sie eingeschränkt sind. Dann muss man eventuell für unproffessionelle Programme, die ihre Daten im Programmverzeichnis und nicht im Benutzerverzeichnis speichern, wo sie hingehören, die Schreibrechte anpassen, und fertig.

Von Programmen, die sich erdreisten direkt auf der Bootpartition zu schreiben, oder gar im Windows-Verzeichnis, sollte man sich trennen. Mit einem so abgesicherten System ist man um einhundert Prozent sicherer als vorher unterwegs.

Wenn man nun noch den IE und Outlook vermeidet, und stattdessen alternative Programme (Firefox und Thunderbird von Mozilla, oder Opera, The Bat, und wie sie alle heißen von Anderen – nicht zuletzt gibt es neuerdings ja auch Apples Browser, Safari, für Windows) verwendet, und diese ebenfalls entsprechend sichert, gewinnt man gleich noch mehr an Sicherheit.

Es gibt keinen Grund, als Administrator am System angemeldet zu sein, wenn man keine Administrativen Aufgaben ausführt.

Unter anderen Betriebssystemen ist es seit langem Usus, nicht als Administrator (bzw. root, admin, etc.) zu arbeiten, sondern dieses Benutzerkonto nur verwenden, wenn man auch wirklich administrativ tätig ist.

Von wegen „Bequemlichkeit“. Shift-Rechtsklick auf eine Datei, und mittels „Ausführen als …“ kann man diese Datei als Administrator ausführen, ohne sich abmelden zu müssen. Und bezüglich „Ich bin gerne Herr über mein System“: Ich auch. Trotzdem arbeite ich im täglichen Gebrauch nicht mit dem administrativen Benutzerkonto.

Um noch mal auf Linux zu sprechen zu kommen: Wenn ihr euchnicht sicher seid, ob es das richtige ist: Ausprobieren. Es gibt (fast) unzählige Live-CDs (kleine Liste: The LiveCD List), die bis auf die Tatsache, dass nach einem Reboot alles weg ist, was man unter dem Live-System selbst erstellt hat, voll funktionsfähig zeigen, was das installierte System später können wird. Man braucht nur einen CD-RW-Rohling und mal ein Wochenende zum ausprobieren Zeit.

Und wer nicht testen will, nimmt den Linux Distribution Chooser, um rauszufinden, welche Linux-Distribution ihm am meisten zusagen könnte. Und dann: Live-CD.

Ach ja: „erratisches Verhalten, Fröste, Abbrüche“ sind keine Computerprobleme, sondern Malware-Spam.

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