Normal ist das nicht!

Internetzugangs-Anbieter gibt es wie Sand am Meer. Und da es ebensoviele Kunden gibt, müssen die einen Sandkörner irgendeine Möglichkeit finden, möglichst viele andere Sandkörner an sich zu ziehen. Kurz gesagt: Die Provider müssen zu ihren Kunden kommen.

Dazu haben sie aktive und passive Werbung, also Anzeigen schalten, Werbespots drehen oder Plakate kleben. Die andere Methode ist, das Telefonbuch aufzuschlagen (oder sonstwie an Adressen zu kommen). Alle, die einen Telefonanschluss haben, könnten theoretisch auch Interesse am Internetzugang haben.

Einige Provider bieten heute ja alles an, also Telefonkosten, Internetkosten und Fernsehkosten, das wird dann „Triple Pay Play“ genannt und ist quasi das, was früher die Deutsche Bundespost war, nur, dass die Anbieter ihre Dienste meist bei der Telekom oder KabelDeutschland mieten.

Wenn Provider also auf „Kundenfang“ gehen, und dabei ihre Daten rauf-und-runter-telefonieren, nennt man das Telefonspam Telemarketing. Dieser Bereich bedient sich oft einer rechtlichen Grauzone, da wohl kaum ein Kunde von X der Firma Y schriftlich zusagt, ihn zu belästigen.

Genau das ist mir passiert. Ich bin bei einem guten Anbieter für den Internet/Telefon-Zugang. Dieser anbieter erfüllt meine Anforderungen und ist angemessen Preiswert. Nicht billig, aber zukunftssicher und vom Preis/Leistung-Verhältnis her völlig in Ordnung.

Ein anderer Anbieter hat es nun tatsächlich geschafft, dass ich mich bei ihm melde. Und zwar freiwillig. Die Helden haben es geschafft, mich binnen 14 Tagen drei mal zu belästigen. Zwei mal per Telefon, und einmal war ein – nicht gerade freundlicher – Klinkenputzer Handelsvertreter da.

Da ist mir einfach die Hutschnur hochgegangen! Weder hatte bisher eine Geschäftsbeziehung mit dieser Firma, noch habe ich eine, noch habe ich interesse an einer. Das habe ich dieser Firma mit der Aufforderung sämtliche mich betreffendnen Daten zu löschen, vor einem halben Jahr auch schon mal schriftlich mitgeteilt.

Und es sind nicht die einzigen. Andere Anbeiter verfahren genau so. Wie oft hört man von den angeblichen Drückerkolonnen im Auftrag der Telefonanbieter? Mag sein, dass es sie tatsächlich gibt, und dass sie alten Leuten 16mbit-DSL-Verträge andrehen, obwohl deren Altbauwohnungs-Leitungen gerade mal mit ISDN zurechtkommen. Viel nerviger ist meiner Meinung nach aber telefonische Belästigung, zumal man ja nicht mehr machen kann, als aufzulegen.

Ich fasse mal zusammen: Zwei Anrufe und ein persönlicher Besuch eines unfreundlichen Mannes binnen 14 Tagen. Da habe ich einfach bei der Hotline angerufen, mich durch den Sprachcomputer gemogelt, mich in die Abteilung verbinden lassen, die für diesen Schmu verantwortlich ist, und den Mitarbeiter aufgefordert, mein Profil dort mit einem Sperrvermerk zu versehen oder zu löschen.

Angeblich soll mein Profil jetzt zur Löschung angewiesen worden sein. Mal abwarten, ob ich in ein Paar tagen wieder telefonieren darf, oder ob sie diesmal einen freundlicheren Drücker vorbeischicken.

eine Reaktion

  1. Na ja, eine rechtliche Grauzone ist das eigentlich nicht. Das Problem mit dem UWG ist halt nur, dass es zwar verbietet, nicht jedoch bestraft.

    Kommentar von frank am 30. August 2007 um 09:59 Uhr

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