Automatix is evil

Vor allem Benutzer von Ubuntu werden sie kennen, diese kleine Skriptsammlung namens „Automatix“. Damit kann man sein System, wie der Name es schon sagt, automatisch um diverse Programme und Funktionen erweitern und es „mit einem Klick“ konfigurieren.

Automatix selbst bezeichnet sich als freier grafischer Paketmanager, der eine Vielzahl an Programmen bereitstellt, darunter etliche Brennsoftware, Ripper, Multimedia-Codecs, Filesharing-Programme, Browser, etc. Fast unendlich viel Software, die oft nicht in den Paketquellen der Distribution ist.

Aber Automatix hat Schattenseiten.

Zuerst einmal hält sich Automatix nicht an die Paketgrundsätze von Debian oder Ubuntu. So hat es unter anderem keine Beschreibung; dafür aber eine Kurzbeschreibung von mehr als 80 Zeichen; es sind keine Maintainer-Mailadresse vorhanden, und keine Copyright-Hinweise an den Standard-Stellen. Eine TODO-Liste als Steuerungsdatei ausgeliefert, und es gibt viele fehlerhaft als „Ausführbar“ markierte Dateien.

Im Debug-Modus schreibt Automatix Dateien als Root ins Heimverzeichnis. Solche Dateien kann man als User weder löschen, noch den „Mülleimer“ leeren, wenn man diese Dateien mittels GUI dort hin verschoben hat. Apropos root: Es wird mehrmals unüblich überprüft, ob der User root ist, und dann ein Programm gestartet (was nicht funktioniert, wenn der sudo-Timeout auf 0 steht), anstatt das Programm direkt mit sudo zu starten.

Automatix prüft, ob andere Paketmanager laufen, wenn ja, schießt es diese mittels killall -9 einfach ab. Das sorgt dafür, dass auf jeden Fall eine lock-Datei übrig bleibt, und das, was der Paketmanager gerade gemacht hat, unsanft beendet wurde. Im Zweifelsfall kann es dafür sorgen, dass das System nicht mehr startet.

Interessant ist auch, dass –assume-yes an apt-get übergeben wird, was dafür sorgt, dass ohne Rückfrage Programme (und Programme, die diese Programme als Abhängigkeit haben) deinstalliert werden, die der User eventuell gerne behalten möchte, oder die für den Betrieb wichtig sind. Wenn man Pech hat, findet man sich nach Automatix auf der Shell wieder, weil Gnome weg ist.

Darüber hinaus bearbeitet es „Brute Force“ die /etc/group und die fstab. In letzterer entfernt es einfach Zeilen und ersetzt sie mit Devices, anstatt mit UUIDs. Was das soll, steht in den Sternen. Überhaupt wird viel rumgepfuscht im Dateisystem. /opt veranschlagt es für sich, in /usr/etc werden diverse Dateien abgelegt, in /opt/ripped wird ein Verzeichnis angelegt, in das jeder reinschreiben kann, und zwar ohne Sticky-Bit, so dass jeder mit allen Dateien umgehen darf.

Weitere fehlerhafte Automatix-Sachen in einem Lifejournal-Eintrag von Matthew Garrett, der, genau wie ich, zu dem Schluss kommt, dass Automatix im jetzigen Zustand nicht unterstützenswert ist. Automatix will ein vollwertiger Paketmanager sein, und ist dabei nicht mal in der Lage, Abhängigkeiten selbst aufzulösen.

Von den anderen Gefahren mal ganz zu schweigen.

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