Über virtuelle Desktops

Ich habe zwar schon lange nichts mehr geschrieben, ich sehe mich aber durchaus noch als aktiven Blogger. Damit das Blog hier nicht länger vor sich hingammelt, hier mal wieder einer meiner letzten Ergüsse aus einem Forum. Es ging um Benutzer-Schnittstellen, in diesem speziellen Fall um virtuelle Desktops, wie sie Gnome, KDE und sonstige Fenstermanager (richtiger: Desktopumgebungen) mitbringen.

Je länger ich ein DE mit virtuellen Desktops benutze, und desto selbstverständlicher wurde dessen Verwendung für mich. Es ist einfach ungemein praktisch, schnell mal ein paar logisch zusammengehörige Fenster auf einen anderen Desktop zu verfrachten, oder einfach für eine andere Aufgabe auf einen anderen Desktop zu gehen, und einen frischen, „nackten“ Desktop vorzufinden, den ich wieder zumüllen kann, ohne die erste Aufgabe zu beeinträchtigen, oder von ihr beeinträchtigt zu werden.

Beispiel: Ich schreibe einen Artikel für ein Forum, Wiki, Blog, *Wasauchimmer*. Dazu brauche ich erstmal meinen Texteditor, weil dort einfach mehr Möglich ist, während des Schreibens, als im Webinterface (btw. TinyMCE ist Dreck, bah, wie ich das Teil hasse!). Das Webinterface ist natürlich auch auf, weil ich den Text zur Vorschau per Copy&Paste dort rein haue und speichere. Damit ich nicht ständig im selben Browserfenster hin-und-her-springen muss, habe ich noch ein weiteres Browserfenster mit der Vorschauseite geöffnet.

Jetzt kommt dazu auf diesem Desktop noch ein Dateimanager, falls ich noch Medien habe, die ich dem Artikel hinzufügen möchte. Die Medien müssen natürlich auch in Vorschau angeguckt werden, eventuell läuft also noch ein entsprechender Betrachter, und hochgeladen werden müssen die Medien auch noch, daher auch noch ein Terminal mit meinem FTP-Client.

Jetzt noch Recherchieren, bei 5, 6 geöffneten Fenstern? Also – Zack – auf den nächsten leeren Desktop, und gleich mal drei Firefox-Fenster geöffnet, eines für Google, eines für ein Online-Lexikon, eventuell noch ein Wörterbuch. Und dann gleich noch mal ein PDF-Reader, weil die Info nur als PDF vorliegt.

Und…- huch, was klingelt denn da. Mein Messenger? Alles voll? Kein Problem, dritter Desktop, Messengerfenster auf, ah wie schön, kurz mal Ablenkung. Apropos Ablenkung: Erst mal Musik an machen. Schon wieder drei Fenster auf, nun vier, da ich noch mal jemanden Anschreibe. Playlist vom Musikspieler ist auch noch auf. Ahja, IRC, da war doch ein Highlight? Ah ja, ein Query. Mal lesen.

Ach ja, da muss auch noch eine e-Mail geschrieben werden. Kein Problem: Vierter Desktop, Mailprogramm auf. Mails lesen und schreiben. Ah, da ist was verwertbares per Mail gekommen, gleich mal auf den zweiten Desktop zum überprüfen. Ja, stimmt, erster Desktop: Reinschreiben, testen, sieht gut aus, noch schnell ein Bild anhängen. Bä, das Lied ist doof. Dritter Desktop: Anderes Lied aus der Playlist gewählt. Vierter Desktop: Mails zu Ende lesen.

Du siehst: Ich bin mit virtuellen Desktops gut ausgelastet. Im Moment trenne ich etwas anders. Die ersten drei Desktops sind fürs Berufliche, und der vierte Desktop ist für den Privatkram nebenbei, wie das heise-Forum zum Beispiel…

Tja, ansonsten ist es aber schon so, dass drei der vier Desktops oft nicht genutzt werden. Abends zu Hause beim Surfen reichen mir auch zwei Desktops. Einer zum Surfen, und einer zum chatten, etc. genügen da meist einige Zeit lang.

Aber es wird schnell mehr …

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