Ubuntu-Upgrade vollzogen

Ich habe gestern Abend meinen Heimserver neu installiert. Neu deshalb, da für ein Update erstens nicht mehr genug Platz auf der mit einem Gigabyte sehr knapp bemessenen root-Partition war, und zweitens deshalb, weil die Installation über Jahre gewachsen ist, und immer mehr vergrützt war. Nun ist wieder alles schön neu und sauber. Von dem einen Gigabyte sind zwar schon wieder nur noch rund 211 Megabyte frei, aber dafür ist die Kiste jetzt wieder „sauber“.

Probleme beim Installieren mit der Alternate-CD gab es drei. Erstes Problem war, dass beim Boot-Menü der CD ein Escape eigentlich den grafischen Installer verlassen sollte, das tat es auch, dann stand dort das von Debian bekannte „boot:“. Nach dem Eingeben von „expert“, gefolgt von Enter resultierte es in einem durch Grafikfehler unbenutzbaren Installations-Assistenten.

Reset, und diesmal den grafischen Ubuntu-Installer nicht verlassen, sondern direkt installiert. Diesmal ging es. Allerdings endete es dann ziemlich abrupt und unerwartet beim Installieren der Pakete ab. Nachdem ich mit einem Auge immer mal wieder draufgeguckt habe, hat mich das auch nicht mehr stutzig gemacht, da lauter Gnome-Kram installiert wurde, den ich gar nicht ausgewählt hatte. Überhaupt konnte ich gar nicht vor dem Installieren der Pakete auswählen, was ich eigentlich will, so wurde die Platte mit Gnome-Tools zugeschaufelt, bei einem Gigabyte geht das schnell.

Das bekannte Debian-Installer-Auswahlmenü, nach dem dann die Pakete installiert werden, fehlte. Also wieder mal Reset gedrückt, und im Ubuntu-CD-Bootmenü noch mal die Optionen angeguckt. Es scheint so, dass nicht nur die Wahl des Tastaturlayouts, sondern auch die Wahl des zu installierenden Systems aus dem Installer in das Bootmenü verfrachtet wurde. Wenn man um diesen Umstand weiß, funktioniert das Installieren eines Grundsystems mit deutschem Tastaturlayout problemlos.

Das Bootmenü der Alternate-Install-CD von Ubuntu 8.10 (Intrepid Ibex)
Das Boot-Menü, Screenshot aus dem ubuntuusers.de-Wiki

Nach dem anschließenden Neustart bootete das System sehr schnell durch. Die übliche USB-Fehlermeldung weil ich eine USB-Tastatur angeschlossen hatte, kann ich ignorieren. Keine Ahnung, woran das liegt, da die USB-Tastatur (genau so wie die USB-Maus an meinem Laptop) aber einwandfrei funktioniert, ist das wohl nicht weiter tragisch. Ich fand mich am Login-Prompt wieder, konnte mich einloggen, und da war dann auch schon mein neues System.

Als erstes installierte ich den SSH-Server, richtete mein Home-Verzeichnis wieder neu ein (hab den Hauptuser umbenannt), dann habe ich mich ausgeloggt, den Monitor aus gemacht und die USB-Tastatur wieder abgezogen. Nun konnte ich per SSH drauf. Natürlich hat sich der Hash geändert, und ich musste noch meine ~/.ssh/known_hosts anpassen. Aber danach funktionierte es einwandfrei.

Jetzt habe ich mich daran gemacht, das Routing neu zu konfigurieren (bei zwei weiteren Rechnern ist das völlig schmerzfrei, den Kram einfach in die /etc/hosts zu schreiben *g*), für den Medienkram relevantes (mplayer-nogui, mencoder, etc.) neu zu installieren, sowie den Webserver aufzusetzen.

Hier fing aber auch schon das erste Problem an: Ich hatte kein Ton. Nach einiger Recherche stieß ich darauf, dass ALSA meine Soundkarte eventuell nicht initialisieren konnte. Hier half das Ubuntuusers-Wiki gut weiter. Allerdings: Ton gab es immer noch nicht. Ein, zwei Neustarts und Probierereien später: Tada! Alsamixer startete nun. Also wieder raus, neu einloggen, und-… *fump*

Aber was war los? Anscheinend wird bei einer Alternate-Installation eines CLI-Systems der Haupt-User nicht in die „audio“-Gruppe gesteckt, und ich hatte es als root getestet. Das hinzufügen zur Gruppe musste ich dann manuell mittels „useradd dirk audio“ nachholen, einmal neu eingeloggt, und siehe da: Es ging. Zwei, drei Sachen im Alsa-Mixer noch eingestellt, Neustart zum Testen: Lief.

Nächstes Problem: mplayer startete die Aufnahme über den DVB-T-Tuner nicht. Eine Recherche brachte mich dazu, dass „/dev/dvb/adapter0/frontend0″ eventuell nicht die nötigen Berechtigungen haben könnte. Doch ein Ändern brachte nichts, zudem wurden die Änderungen nach einem Neustart wieder zurückgesetzt. Aber ich vermutete schon etwas. Und ja: bei der Alternate-Installation eines CLI-Systems steckt der Haupt-User nicht nur nicht in der „audio“-Gruppe, sondern auch nicht in der „video“-Gruppe. Nach dem Hinzufügen des Users in die Gruppe ging dann auch die Aufnahme mittels MPlayer (bzw. MEncoder).

Was jetzt noch fehlte, war die Konfiguration des Webservers. Auch dies ging zügig vonstatten. Ich richtete ihn nun von vornherein mit SSH ein. Natürlich schmeißt Firefox eine Fehlermeldung raus, da das Zertifikat „nur“ selbst-signiert ist, aber es funktioniert. Was jedoch nicht funktionierte, war MySQL. Auf der Befehlszeile funktionierte es. PHP funktionierte auch, nur MySQL in PHP funktionierte nicht.

Ich betrieb also wieder Recherche. Lösung: In der Datei „/etc/php5/apache2/php.ini“ gibt es unter dem Abschnitt „Dynamic Extensions“ einen Punkt „extension=msql.so“, der auskommentiert ist. Nach dem Einkommentieren und einem Neustart des Apache2-Daemons lief dann auch der Zugriff via PHP auf MySQL problemlos.

Das System läuft nun wieder, schön aktualisiert auf Ubuntu 8.10 mit dem für deutsche Muttersprachler etwas holperigem Namen „Intrepid Ibex“. Bleibt die Frage, wieso der Standard-Nutzer nicht in den wichtigsten Gruppen ist, und wieso die Installation des MySQL-Moduls dieses nicht auch gleich aktiviert.

Mein Laptop werde ich demnächst auch mit Ubuntu 8.10 ausstatten, dort allerdings mittels der Update-Funktion, da hier noch genug Platz vorhanden ist.

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